Was macht eigentlich eine schöne Geburt aus? Und warum ist das überhaupt wichtig? Diese Fragen gingen mir neulich durch den Kopf. Gibt es darauf überhaupt eine allgemein gültige Antwort? Der Begriff “schön” liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters, ist also sehr subjektiv. Doch eines steht definitiv fest: fühlst du dich während der Geburt wohl, wird dadurch der natürliche Lauf der Geburt unterstützt.

Was ist Oxytocin?

Das hängt mit dem Hormon Oxytocin zusammen, dem sogenannten “Kuschelhormon”, dass dann im Körper der Frau ausgeschüttet wird. Oxytocin sorgt dafür, dass die Gebärmutter richtig arbeiten kann und so den Muttermund öffnen und das Baby nach unten schieben kann. Je besser also das Hormon arbeiten kann, desto schneller und effektiver geht die Geburt voran. Da dieses Hormon nur dann ausgeschüttet wird, wenn die Frau sich wohl fühlt, ist es so essenziell für eine sichere Geburt. Somit ist Entspannung einer der wichtigsten Faktoren für einen reibungslosen Ablauf der Geburt, die dann wiederum als positiv und schön wahrgenommen werden kann.

Was benötigt du also, damit du dich bei deiner Geburt geborgen fühlst und dich entspannst und somit das Oxytocin richtig fließen kann? Im Detail weißt das natürlich nur du selbst. Am besten du stellst dir genau diese Frage wenn du dich auf deine Geburt vorbereitest. Allerdings sind zwei Faktoren meiner Meinung nach besonders ausschlaggebend für deinen ganz persönlichen Wohlfühlfaktor: der Ort, wo die Geburt stattfindet und die Person, die dich begleitet. Dabei kannst du dir folgende Fragen stellen:

Wähle deinen Geburtsort

Wo fühlst du dich sicher und geborgen? Brauchst du ein Krankenhaus, um dich sicher zu fühlen oder schreckt dich die Umgebung dort eher ab? Fühlst du dich zu Hause am wohlsten oder schreckt dich der Gedanke an eine Hausgeburt eher ab? Möchtest du so lange wie möglich daheim bleiben um dann in die Klink zu fahren oder hast du die Befürchtung, dass es dann zu schnell gehen könnte und du es nicht mehr rechtzeitig schaffst? Gefällt dir die Vorstellung von einer Geburt mit einer Hebamme im Geburtshaus oder möchtest du lieber Ärztinnen und Kinderstation in der Nähe haben?

Wähle deinen Geburtsbegleiter

Wen möchtest du bei der Geburt gerne dabei haben? Wem vertraust du voll und ganz und kannst dich bei dieser Person so richtig fallen lassen? Wem traust du zu, dir in diesem wichtigen Moment eine hilfreiche und zugleich liebevolle Stütze zu sein? Fühlt sich auch dein/e ausgewählte/r Geburtsbegleiter/in dieser Aufgabe gewachsen und ist er oder sie in dem Zeitraum auch zu 100% verfügbar? Hast du einen “Plan B”, wen du anrufen kannst, falls dein/e Wunsch-Begleiter/in aus irgendeinem Grund doch nicht da ist? Möchtest du zusätzlich noch Unterstützung von einem Profi und möchtest eine Doula dabei haben?

Wenn du erstmal diese grundlegenden Fragen geklärt hast, hast du schon mal eine gute Basis dafür geschaffen, dich während der Geburt wohl zu fühlen. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl anderer Dinge, die vielen Frauen dabei helfen, sich während der Geburt zu entspannen.

Inspirationen für Entspannung während der Geburt

  • Gedimmtes Licht, Kerzen
  • Einfühlsames Umfeld, nur vertraute Personen um dich
  • Leise Entspannungsmusik oder Meditation/Trance
  • Entspannendes Aroma durch Duftkerze, Aromaöl oder Räucherstäbchen
  • Eine sanfte Massage vom Partner z.B. am Kreuzbein

Neben all diesen Dingen, die während der Geburt zur Entspannung beitragen, gibt es auch viele Möglichkeiten, bereits vor der Geburt richtig zu entspannen. Denn je entspannter du bereits in deiner Schwangerschaft bist, desto gelassener kannst du alles annehmen, was während der Geburt passiert.

Inspirationen für Entspannung während der Schwangerschaft

  • Yoga
  • Atemübungen
  • Meditation
  • Achtsamkeitspraxis
  • Hypnose
  • Visualisierungen/Affirmationen
  • Geburtsplan
  • Positives, wertschätzendes Umfeld
  • Positive Geburtsberichte
  • Bestärkender Arzt/Ärztin/Hebamme

Von Erzählungen vieler Frauen weiß ich, dass das persönliche Empfinden sehr stark von äußeren Wahrnehmungen abweichen kann. So kann eine Geburt, die von Außen betrachtet schön ist, für die Mama selbst durchaus als negativ empfunden werden. Umgekehrt ist es genauso möglich, dass eine Geburt, die anders verläuft als erwartet, trotzdem als sehr schön wahrgenommen wird. Wie gibt es das? Wie kann Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung so stark voneinander abweichen? Gibt es denn wirklich keinen “gemeinsamen Nenner”, wie eine Geburt denn nun sein muss, um schön zu sein? Die Antwort lautet: selbstbestimmt.

Selbstbestimmt, intuitiv und offen

So lange du das Gefühl hast, selbst mitentscheiden zu können, kannst du auch mit ungeplanten Änderungen umgehen. Du hast dann stets das Gefühl, selbst das Ruder in der Hand zu haben und den Verlauf mitbestimmen zu können. So kannst du auch Unvorhergesehenes besser akzeptieren: wenn du das Gefühl hast, die Wahl zu haben und selbst am Geschehen mitwirken zu können. Wenn du dem Geburtsteam vertrauen und deren Ratschläge trotzdem nochmal abwägen kannst, handelst du eigenverantwortlich und selbstbestimmt.

Das setzt jedoch voraus, dass du dich bereits im Vorhinein gut über die Geburt und deine Möglichkeiten informierst. Gehe außerdem offen und ohne Erwartungen in die Geburt. Denn der genaue Verlauf lässt sich nicht planen, die Natur ist einfach unvorhersehbar. Also lass wenn nötig auch von bestimmten Vorstellungen los, wie deine Geburt zu sein hat. Und nicht zuletzt ist deine Intuition ein wichtiger Indikator, der dir in den allermeisten Fällen den richtigen Weg weist. Das alles entscheidet letztlich darüber, ob du deine Geburt als schön wahrnimmst.

Jetzt bin ich gespannt, von deinen Gedanken zu dem Thema zu erfahren. Was ist für dich eine schöne Geburt? Hast du bestimmte Erwartungen an deine Geburt? Oder hast du bereits eine Geburt erlebt, die zwar anders als geplant, aber trotzdem schön verlaufen ist? Wie stehst du zu dem Thema? Hinterlass mir einen Kommentar, ich höre sehr gerne deine Meinung dazu!