HypnoBirthing… für manche klingt der Begriff eher nach Esoterik & Schuschu. Oft werden dabei Assoziationen hervorgerufen, die viele Menschen automatisch denken lassen, es wäre vollkommener Quatsch. Und ist man erstmal in dieser Schublade gelandet, kommt man nur sehr schwer wieder raus. Das ist schade, sogar sehr schade. Denn HypnoBirthing hat tatsächlich viel weniger mit Esoterik zu tun, als man vermuten könnte und ist im Prinzip ganz logisch erklärbar. Die Wirksamkeit von HypnoBirthing ist kein Placeboeffekt, sondern physiologisch und faktisch real. Trotzdem höre ich immer wieder, dass der Name HypnoBirthing für viele abschreckend klingt und missverständliche Assoziationen weckt.

 

“Don’t just hope for a great birth; prepare for one”

Wenn mir Menschen begegnen, die sich Neuem gegenüber sofort verschließen und nichts darüber wissen wollen, leiste ich keinen Widerstand. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, Menschen zu bekehren. Und doch finde ich es so wichtig, sich mit der Geburt seines Kindes auseinanderzusetzen. Sich seinen Ängsten zu stellen. Und sich auf die Geburt vorzubereiten. Das muss nicht zwangsläufig mit HypnoBirthing geschehen. Auch wenn ich der Meinung bin, dass es eine ganz hervorragende Methode ist, die viele Vorteile bietet, kann ich auch nachvollziehen, dass es nicht jeder Frau’s Ding ist. Wenn du also das hier liest, gehe ich davon aus, dass du dich mit der Geburt deines Kindes auseinandersetzen möchtest. Vielleicht bist du aber trotzdem noch nicht sicher, ob HypnoBirthing das Richtige für dich ist. Aus diesem Grund habe ich meine liebsten Mythen und Vorurteile über dieses Thema zusammengefasst und möchte gleichzeitig die Gelegenheit dazu nutzen, mein Wissen und meine Gedanken hier mit dir zu teilen.

 

1. “Ich bin gegen Hypnose immun”

Manche Menschen scheinen einfacher und tiefer in Hypnose gehen zu können als andere. Und es gibt auch unterschiedliche Wege, die dann bei unterschiedlichen Menschen mehr oder weniger erfolgreich sind. So sprechen auch beim HypnoBirthing Kurs die einen besser auf eine Übung an und die anderen wiederum auf eine ganz andere Übung. Aus diesem Grund lernst du im HypnoBirthing Kurs verschiedene Techniken kennen und kannst dann selbst auswählen, welche am besten zu dir passen. Meiner Erfahrung nach sind oft genau die Menschen, die glauben, nicht hypnotisierbar zu sein, dann diejenigen, die am Ende total begeistert aus dem Kurs spazieren und sagen: “Wow! Das hätte ich echt nicht gedacht, aber ich war vollkommen weg.”

 

2. “Hypnose ist nicht wissenschaftlich und somit kompletter Humbug”

Auch das stimmt nicht. Hypnose ist bereits seit 1957 von der amerikanischen Ärztevereinigung anerkannt. Viele Studien konnten die Wirksamkeit von Hypnose z.B. bei Flugangst, Schlafstörungen oder Neurodermitis offiziell nachweisen. Schließlich wird Hypnose schon seit dem 18. Jahrhundert sehr erfolgreich in der Schmerztherapie eingesetzt. Das bedeutet, dass Menschen in Hypnose sogar operiert werden, und das völlig ohne Narkose.

 

3. “In Hypnose bin ich willenlos”

Ich bin wirklich sehr froh darüber, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Tatsächlich kannst du sogar nur dann in einen tiefen, hypnotischen Zustand gehen, wenn du selbst das möchtest. Du kannst auch nur diejenigen Vorschläge annehmen, mit denen du prinzipiell einverstanden bist.  Wenn du wollen würdest, könntest du sogar selbst mit dem Klinikpersonal oder der Hebamme sprechen – auch wenn ich dir das nicht empfehle. Da es zur Folge hat, dass du dann wieder aus deiner Tiefenentspannung raus kommst und du dann erstmal wieder reinfinden musst, überlasse die Gespräche also lieber deinem/deiner Geburtsbegleiter*in.

 

4. “Ich glaube nicht daran, also kann es auch nicht funktionieren”

Natürlich solltest du der Hypnose offen gegenüber stehen. Wie bereits im vorigen Punkt erwähnt, wirst du nicht empfänglich sein, wenn du es nicht willst und dich dagegen sträubst. Du lernst im HypnoBirthing Kurs, was genau während der Geburt in deinem Körper geschieht. Und du wirst auch lernen, welchen Einfluss Hypnose darauf hat. Wenn du das verstehst, ist es plötzlich nachvollziehbar und völlig logisch, dass Hypnose einen positiven Effekt auf die Geburt hat. Dein kritischer Verstand hat eine logische Erklärung bekommen und somit bist du auch empfänglich für die Hypnose. Auch wenn dir niemand eine schmerzfreie Geburt versprechen kann und du dich von solchen Erwartungen frei machen solltest, wird es in jedem Fall einen positiven Effekt auf deine Geburt haben. Das Risiko, einfach nichts zu tun und die Geburt dem Zufall zu überlassen, wäre mir persönlich einfach zu groß.

 

5. “So etwas brauche ich nicht”

Kann sein. Was braucht man denn schon wirklich? Um zu Überleben reicht es, regelmäßig zu essen, zu trinken und zu schlafen. Alles darüber hinaus ist “Nice to have”. Und wer es besonders “nice” haben möchte, könnte sich einfach mit der verrückten Idee anfreunden, dass Geburt etwas angenehmes und schönes, ja sogar erfüllendes sein kann. Und wenn es für dich angenehm und schön ist, ist es das auch für dein Baby. Der Grundstein für einen sanften Start ins Leben ist somit gesetzt.

 

Also, was nun?

Wenn Hypnose die Geburt so viel angenehmer macht, wieso ist dieses Wissen nicht schon längst in aller Munde? Es ist auch für mich frustrierend zu sehen, welchen Ruf die Geburt in unserer Gesellschaft hat. Das öffentliche Bild der schrecklichen, unerträglich schmerzhaften Geburt haftet so lange und fest in unseren Köpfen, dass es wahrscheinlich noch viel Zeit und Arbeit braucht, ein Umdenken hervorzurufen. Und vor allem viele aufgeschlossene Menschen, die offen dafür sind, etwas Neues auszuprobieren. Die bereit sind, die Geburt selbst in die Hand zu nehmen anstatt es dem Zufall zu überlassen.

 

HypnoBirthing Kurs – ja oder nein?

Wenn du nun überlegst einen HypnoBirthing Kurs zu besuchen, kann ich dir das nur empfehlen. Es gibt zwar viele Frauen, denen es absolut ausreicht, nur das Buch zu lesen und sich alles selbst beizubringen. Ein Kurs hat aber den Vorteil, dass du dich sowohl mit deiner Kursleiterin als auch mit anderen werdenden Eltern austauschen kannst. Bei Bedarf kann deine Kursleiterin individuell auf deine persönlichen Wünsche und Fragen eingehen. Außerdem lernst du die Inhalte nicht nur theoretisch sondern kannst diese auch praktisch anwenden. Wenn du in Hamburg wohnen solltest, freue ich mich natürlich, wenn du zu mir kommst (hier geht’s zu den Terminen). Auf der offiziellen Seite der HypnoBirthing Gesellschaft Europa findest du alle Kursleiterinnen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ich bin total gespannt, ob du das ein oder andere Vorurteil schon mal gehört oder vielleicht sogar selbst so über HypnoBirthing und Hypnose ganz allgemein gedacht hast? Fallen dir noch weitere Mythen ein, über die du gerne mal diskutieren möchtest? Schreib mir in den Kommentaren deine Gedanken zu diesem Thema. Ich freue mich riesig, mich mit dir darüber auszutauschen. Wenn du lieber vertraulich mit mir sprechen möchtest, kannst du mir auch gerne eine Mail schreiben oder über den Chat hier auf meiner Seite (Sprechblase rechts unten) mit mir in Kontakt treten.